Erschrocken

Es gibt so vieles, was mich erschrecken lässt in den letzten Tagen:

  • Offensichtlich ist da das schreckliche Erdbeben und der Tsunami in Japan.
  • Die menschliche und ökologische Tragödie durch die Zerstörung der Reaktoren in Fukuschima.
  • Die radikale und grausame Art, wie Gaddafi mit seinen Landsleuten umspringt.
  • Die zögerliche Haltung der Welt in der Unterstützung der Oppositionsgruppen in Libyen.
  • Die Aussicht auf einen weiteren Krieg des Westens in einem islamischen Land.

All das kann auf Dauer nicht gut gehen. Und man macht sich seine Gedanken: Was ist das für eine kaputte Welt in der wir da leben?

Aber es gibt noch manche anderen Dinge, die mich ebenso erschrocken haben:

  • Die Toten in Japan waren noch nicht gezählt, da stand ein Herr Tritin schon mit einem schlecht verborgenen Lächeln vor den Kameras und forderte den Atomausstieg in Deutschland.
  • Da vereint sich die Opposition um gemeinsam auf die Regierung einzuschlagen, statt mal eine Woche Ruhe zu halten und sich mit einer möglichen Hilfe für die Opfer in Japan zu beschäftigen.
  • Da verfällt die Regierung in hektisches Handeln – offensichtlich nicht, um die Sicherheit deutscher Atomkraftwerke zu erhöhen! Nein, sie wollen das Debakel bei den anstehenden Wahlen verhindern und das Heft des Handelns in der Hand behalten.

Was ist das für ein Wahnsinn? Was sind das für machtbesessene Menschen? Was ist das für ein Geist, der diese Welt regiert?

Man stelle sich vor, beim Nachbarn ist die Heizung explodiert. Und statt zu helfen, mit Decken, mit Unterkunft, mit allem, was möglich ist, beschäftigt sich die Nachbarschaft nur mit der Frage, ob ihre Heizungen auch explodieren könnten. Es bilden sich Parteien, die darüber streiten. Und die Opfer der Katastrophe sitzen auf den Trümmern ihres Lebens und schütteln den Kopf!

Ich frage mich wirklich, was die Aufgabe von uns Christen in diesen Tagen ist? Was sollen wir tun? Sollen wir an den fruchtlosen Diskussionen teilnehmen? Sollen wir mit demonstrieren gegen den Atomwahnsinn? Sollen wir Partei ergreifen? Oder sollen wir den Kopf einziehen und hoffen, dass die Stürme nochmals an uns vorbeiziehen?

Als die Gemeinde in Jerusalem die erste große Krise trifft, weil Petrus verhaftet wurde, treffen sie sich zum Gebet. In Apostelgeschichte 4,23-31 wird das berichtet. Sie ergreifen nicht Partei. Sie demonstrieren nicht. Sie verbarrikadieren sich nicht. Sie beten nicht um Schutz und Bewahrung.

  • Sie beten um die Kraft zum Zeugnis von Jesus. Denn Jesus ist der einzige, der diese wahnsinnige Welt zu einem guten Ziel führen wird.
  • Sie beten um die Vollmacht Wunder zu tun, damit die Welt sieht, dass Jesus mächtig ist!

Es gibt nur eine Hoffnung für diese verrückte Welt: Jesus. Und es gibt nur eine Hoffnung für die Menschen: Jesus. Wir sollten uns darum kümmern, dass er bekannt wird!

Falsche Prioritäten

Dass unser Verteidigungsminister (Dr.) Karl-Theodor zu Guttenberg in seiner Doktorarbeit unsauber zitiert ist dumm . Dass die Universität in Bayreuth schlampig korrigiert ist noch dümmer. Skandalös ist das alles nicht. Es kommt im wissenschaftlichen Bereich 1000endfach vor und ist keine Zeitungsmeldung wert.

Skandalös ist für mich, dass diese Nebensächlichkeit in unseren Medien und in den Prioritäten und der Zeitplanung unserer politischen Klasse mehr Platz einnimmt, als die Hartz 4 Regelung, der Tod dreier Soldaten in Afghanistan, die Neuregelungen für das Weltfinanzsystem und ähnliches.

Was ist das für eine wahnsinnige Republik in der man nicht mehr zwischen wichtig und nebensächlich unterschiedet. Die Medien berufen sich auf ihre Informationspflicht (Mit Verlaub, mich interessiert die Doktorarbeit eines Herrn zu Guttenberg einen feuchten Kehricht!), die Politiker berufen sich darauf…ja auf was eigentlich? Wurden die nicht gewählt, um das Wohl des deutschen Volkes zu mehren? Und nun wollen die Grünen die Dissertation des Herrn zu Guttenberg zu einem Thema im Bundestag machen. Wie das zur Mehrung des Wohles Deutschlands beitragen soll ist mir wirklich schleierhaft!

Armes Deutschland!

Ein guter Tipp

ASBO – The ongoing Adventures of ASBO. Eine gute Seite. Kritisch, lustig, nachdenklich und gut.

Hoffentlich stolperst du noch über die Bibel. (Und hoffentlich bist du nicht ganz so gehässig, wenn es anderen passiert! ;-) ).  Ich stolpere immer wieder und das ist gut so!

Geboren – wofür?

To be born is a good thing. To knwo why you were born is a better thing. To fulfil the reason you were born is perhaps the greatest thing. (Neil Cole, Church 3.0)

Ein starker Satz für den Anfang eines Buches. Neil  Cole stellt unser Denken über Kirche auf den Kopf. Ich mag seine Art, zu Hinterfragen und den Horizont zu erweitern.

Hab über diesen Satz nachgedacht. Vielleicht bleiben wir in unseren Gemeinden zu oft bei Frage zwei hängen? Wir sind sehr beschäftigt damit herauszufinden, was Gott von uns will und kommen zu wenig dazu, zu erfüllen, was Gott von uns will!? Was könnte durch Gemeinden in unserem Land passieren, wenn sie die gleiche Kraft in die Erfüllung ihrer Bestimmung investieren würden, die sie in die Erforschung derselben stecken?

Was wird zum Thema?

Die Medien werden zunehmend zur bestimmenden Kraft in unserem Land. Zumindestens drängt sich mir dieser Verdacht immer mehr auf.

  • Stuttgart 21
  • Rede von Christian Wulff
  • Äußerungen von Thilo Sarazin
  • Das Problem von Ballak und Löw
  • Die Krise der Bayern (ok, die gibt es wirklich)

Mir scheint, dass sich die Republik mit dem befasst, was die Medien ihr bietet. Und die Politik rennt hinterher, statt selbst definierte und reflketierte Ziele zu setzen und zu verfolgen.

Wenn das so weiter geht, werden wir verlernen uns selbst eine Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Das wäre tatsächlich fatal.

Zur Rede von Christian Wulff und seinen Bemekrungen über die Rolle des Isalm in Deutschland hat Ralf Giordano einen offenen Brief geschrieben. Einer, der sich seine eigenen Gedanken macht und sich diese nicht verbieten lässt. Gut so!

Wer liest, was da so übersetzt wird?

Eine neue Bibelübersetzung – als ich vor 20 Jahren Theolgie studierte kam das alle zehn Jahre vor. Heute werden neue Übersetzungen im Halbjahresrhythmus veröffentlicht.

Das neuste Kind heißt: Basisbibel. Aktuelle, gut lesbar, gründlich übersetzt. Attribute, die sich zur Zeit jede Übersetzung gibt. Wie gut sie ist, kann icht beurteilen, denn ich habe sie noch nicht gelesen.Davor kam

  • „Das Buch“,
  • davor „Neue Genfer Übersetzung“,
  • davor „Neues Leben,
  • davor „Hoffnung für alle – revidiert
  • dazwischen „Elberfelder revidiert
  • usw.

Ich frage mich ob nicht am Ende mehr Bibel übersetzt, als Bibel gelesen wird. Das wäre schade, denn dieses Buch ist so aktuell. Kürzlich las ich einen Abschnitt bei Lukas, den hatte ich noch nie bewusst wahrgenommen:

12 Dann wandte sich Jesus an den Gastgeber: »Wenn du ein Essen gibst, am Mittag oder am Abend, dann lade nicht deine Freunde ein, deine Brüder und Verwandten oder die reichen Nachbarn. Sie laden dich dann nur wieder ein, und du hast deinen Lohn gehabt.
13 Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Verkrüppelte, Gelähmte und Blinde ein!

14 Dann darfst du dich freuen, weil sie es dir nicht vergelten können; denn Gott selbst wird es dir vergelten, wenn er die vom Tod erweckt, die getan haben, was ihm gefällt. (Lukas 14,12-14)

Nach drei Wochen Wies’n Wahnsinn in München lohnt es sich, über diese Verse nachzudenken – egal aus welcher Übersetzung sie zitiert werden.

Gott – für alle da?

Ein paar Gedanken und Beobachtungen von einer Fahrt nach Hause in der S-Bahn:

Sitze in der S-Bahn, 21:36 Uhr, Rückfahrt von München.

  • Höre Silbermond am Mp3 Player. Steffanie Kloß und ihre drei Musiker – für sie ist der Heilige Geist und will durch sie wirken.
  • Am Platz über den Gang sitzen zwei junge Männer. Einer hat eine Bierflasche in der Hand, sie unterhalten sich lässig über irgendetwas – Gott Geist will sie erfüllen. Am Hauptbahnhof steigen sie auch schon aus.
  • Ein junge Frau, lange schwarze Haare, klackende Stiefel, kurzer Rock, südländisches Gesicht. Sie geht stolz den Gang runter. Der Heilige Geist will sie erfüllen und als Werkzeug gebrauchen.
  • Heute sind lauter junge Männer unterwegs. Jünger als ich. An der Hackerbrücke steigen sechs ein. Nasse Haare, cooles Outfit, Mp3 Player und gute Laune. Sie bleiben stehen und wollen bestimmt gleich wieder aussteigen. Was bewegt sie? Wo wollen sie hin? Der Heilige Geist will mit ihnen gehen.
  • Hinter mir sitzt eine ältere Frau, farbig und sehr müde, nachdenkliche Augen. Was beschäftigt sie?  Ist sie traurig, kommt sie von der Arbeit? Was möchte der Heilige Geist durch sie tun – wenn sie ihn kennenlernen würde?
  • Im Vierer vor mit sitzt eine junge Frau, blonde Haare zum Pferdeschwanz zurück gebunden. Sie liest in einem Magazin. Im Spiegeln des Fensters kann ich den Titel nicht erkenne. Sie blättert ein bisschen lustlos und gelangweilt durch. Wo will sie hin? Der Heilige Geist würde gerne mit ihr gehen und das Reich Gottes in ihr Umfeld bringen.
  • Nun sind noch mehr junge Frauen eingestiegen. Eindeutig Musilimas. Schwestern, stark geschminkt. Eine hat ein Kopftuch auf. Das Makeup wird kontrolliert, ihr Parfüm liegt in der Luft. Das Handy wird nicht aus der Hand gelegt. Sie stehen schon wieder auf. Gottes Geist für Muslime. Ja, er sehnt sich danach ihr Leben mit der Liebe Gottes zu erfüllen.
  • Inzwischen sind wir in Mittersendling. Eine Mutter mit Tochter ist eingestiegen. Sie erzählen von ihrem Tag. Die Tochter ist vielleicht 13 oder 14 Jahre. Sehr nettes Mädchen. Sie lächelt viel. Anscheinend schauen sie sich im Handy Fotos an. Was könnte passieren, wenn der Geist Gottes diese Familie erfüllen würde? Oder hat er es bereits!
  • Inzwischen singen Silbermond: Wozu sind wir denn hier? Eine gute Frage. Wozu eigentlich? Was sollen wir machen? Wir – wer sind wir eigentlich? Menschen, die Jesus kennen, Menschen, die Gott mit seinem Geist erfüllt hat. Menschen die von Gott gesandt sind um seine Herrschaft auszubreiten.  Silbermond singen davon, dass man in Zeiten wie diesen neu anfangen muss. Das wäre doch was, neu anfangen, sich Gott neu zur Verfügung zu stellen! Was könnte in dieser Welt geschehen, wenn die Christen aus ihren Kirchen kämen und sich einmischen würden?

Gott sucht jeden Menschen. Im Timotheusbrief steht der Satz:

Das gefällt Gott unserem Retter, denn er will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und gerettet werden.(1.Tim 2,4)

Macht doch mal diesen Test. Wenn ihr einkaufen geht, S-Bahnfahrt, Autofahrt, in der Arbeit seid, in der Stadt Menschen begegnet – denkt bei diesen Menschen daran, dass Gott sie liebt und sie retten möchte, dass der Geist Gottes sie erfüllen will und so zu einem Teil der Rettungsaktion Gottes in dieser Welt werden.