Kontrollsucht

Hab am Sonntag über den Heiligen Geist gepredigt. Wir haben eine Predigtreihe über ihn gestartet. Drei Teile. Am Sonntag ging es um den Heilige Geist – Gott in uns.

Es ist schon unglaublich, was Gott uns zumutet. Er möchte doch tatsächlich, dass ich die Kontrolle abgebe und mich ganz und gar unter seine Herrschaft begebe. Er will, dass ich mit einem weichen Herzen für ihn empfänglich und sensibel bin. 

Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Gesit. Ich nehme das versteinerte Herz aus euerer Brust und schenke euch ein Herz, das lebt (Hesekiel 36,26)

Nun ist die Sache leider gefährlich. Ein weiches Herz ist verletzlich. Sensibel für Gottes Geist zu werden, bedeutet sich verletzlich zu machen! Es bedeutet die Kontrolle aus der Hand zu geben. Es bedeutet Gottes Geist zu zutrauen, dass her hilft, schützt, handelt, führt, tröstet und leitet.

Aber wer will schon verletzlich und kontrolliert sein? Ich glaube, dass es kaum etwas gibt, was wir Menschen mehr verabscheuen. Wir tun uns so schwer, Gott zu glauben, dass er uns nicht verletzt, nicht missbraucht, nicht belügt, nicht manipuliert, nicht intregiert, nicht gegen uns ist. Und deshalb – lieber Sicherheitssperren einbauen. 

In Hesekiel 47 beschreibt Gott, wie der Strom des Lebens vom Tempel ausgeht. Und wie er anschwillt und immer tiefer wird. Irgendwann ist er so tief, dass man den Boden unter den Füßen verliert. Dieses Verse haben es mir angetan. 

Ich habe so gedacht: Wir baden gerne unsere Füße im Strom des Lebens. Da haben wir festen Boden unter den Füßen und die Sache im Griff. Aber wirklich mitgerissen werden – nein, das ist nicht unser Ding. Das ist dann doch zu gefährlich. Und so werden auch nur die Füße nass. Der Rest bleibt vom Strom des Lebens (Laut Jesus der Heilige Geist) unbetroffen. Schade! 

Wie wäre es, wenn der Heilige Geist tatsächlich die Kontrolle übernimmt?

~ von andreas am 25. Jun 2008.

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