Licht der Welt

Ihr seid das Licht der Welt. (…) Man zündet doch kein Licht an, um es unter einen Scheffel zu stellen. Nein, man setzt es auf den Leuchter, damit es allen leuchte, die im Haus sind. (Matthäus 5)

Ein bekanntes und unterschätzes Wort von Jesus. Licht lebt von der Luft, die es umgibt. Ohne diese Luft, stirbt es.

Was ist diese Luft, die das Licht umgibt? Es ist die Luft, die alle atmen, die Haus sind!

Ein paar provozierende Gedanken dazu:

  • Jesus spricht diesen Satz zu deinen Jüngern. Es sind die Männer, die einmal die Keimzelle seiner Gemeinde bilden. Sie sind das Licht der Welt. Damit erben sie einen eigenen Auftrag. Den Jesus hat von sich das gleiche gesagt: Ich bin das Licht der Welt (Johannes 8,12). Hier gibt er diesen Auftrag an seine Nachfolger weiter. Und damit geht dieser Auftrag an seine Kirche. An uns heute. Wir sind das Licht der Welt. Wir geben dieser Welt Orientierung, Licht und Hilfe.
  • Jesus hat das Licht angezündt. In unseren Herzen brennt ein Licht, das für die Welt ist. Wie sagten die Emmausjünger: Brannten nicht unsere Herzen, als wir mit ihm auf dem Weg waren?
  • Wenn das Licht von der Luft lebt, die es umgibt, von was leben wir als Licht dieser Welt? Wenn es die Luft ist, die alle atmen, dann ist es die Kultur ind er wir leben! Manchmal blässt die heftig und droht das Licht auszupusten. Dagegen bauen wir einen Schutz.
  • Das sind dann unsere Kirchen: Entscheidungsstrukturen, Zugehörigkeitsregeln, Gebäude zum Versammeln, theologische Grundsätze, Verhaltensanweisungen, usw. All das dienst dazu, das Licht vor dem Sturm der Kutltur zu bewahren. Es schützt das LIcht – wie ein Windlicht!
  • Und Plötzlich passiert etwas sehr eigenartiges: Aus dem Windlicht wird der Scheffel, der dem Licht die Luft zum Atmen nimmt. Eingeigelt erstarrt die Kirche Jesu und stirbt an ihren Schutzwällen gegen den rauen Wind der Kultur. Dabei wäre es genau dieser Wind, der die Flamme neu anfacht!

Ich weiß, was ich hier schreibe ist unfair. Die Kirche Jesu (ich meine keine Konfession, sondern die Kirche in ihrer instituionellen und strukturellen Erstarrung, egal welche Konfession und Größe.) einfach mit dem Scheffel gleichzusetzen ist unfair.

Aber es könnte am Ende lehrreich sein! Warum haben wir als Gemeinde Jesu so wenig Bedeutung für und Einfluss auf die Menschen um uns herum? Könnte es etwas damit zu tun haben, dass wir mehr damit beschäftigen sind, das Licht zu bewahren, statt es für die Bewohner im Haus leuchten zu lassen? Könnte es sein, dass der Schutz der Flamme (Siehe olympischer Fakellauf) wichiger geworden ist, als die Hilfe, Orientierung und Sicherheit der Menschen, denen dieses Licht leuten soll? Und ist es nicht das Wesen einer Kreze, dass sie sich beim Verbrennen (ein grausames Wort) aufzehrt?

Wie müsste eine Gemeinde sein, die diesen Auftrag und diese Wesenbeschreibung Jesu tatsächlich lebt? Wie sieht eine Gemeinde aus, die sich vom Wind der sie umgebenden Kultur immer wieder neu entfach lässt?

~ von andreas am 4. Jul 2008.

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